Versicherungskammer Bayern: Beiträge und Ergebnis weiter gewachsen
Die Geschäftsergebnisse im Überblick:
- Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen im Geschäftsjahr 2009 um 6,4 Prozent auf 6,27 Mrd. Euro. Damit liegt das Wachstum deutlich über dem Markt (4,1 Prozent). Mit dem aktiven Rückversicherungsgeschäft erhöhten sich die Beiträge um 6,6 Prozent auf 6,36 Mrd. Euro.
- Den größten Anteil an den Beitragseinnahmen (selbst abgeschlossenes Geschäft) hatte mit knapp 40 Prozent bzw. 2,47 Mrd. Euro (+ 9,9 Prozent) die Lebensversicherung; einen Anteil von je rund 30 Prozent hatten die Kompositversicherer mit 1,88 Mrd. Euro (+ 2,2 Prozent) und die Krankenversicherer mit 1,93 Mrd. Euro (+ 6,4 Prozent).
- Das operative Geschäftsergebnis vor Steuern stieg auf 271,3 (153,3) Mio. Euro, der Konzern-Jahresüberschuss auf 135,9 (74,6) Mio. Euro.
- Der Kapitalanlagenbestand wuchs um 4,5 Prozent auf 35,6 Mrd. Euro. Das gesamte Nettoergebnis aus Kapitalanlagen lag bei 1,38 (0,9) Mrd. Euro, die Nettoverzinsung bei 4,0 Prozent.
- Die bereits sehr guten Kostenquoten konnten - trotz umfangreicher IT-Investitionen - weiter verbessert werden. Die tatsächlichen Kosten sanken um 2,2 Prozent.
- Gleichzeitig blieb der Beschäftigungsstand stabil. Der Konzern wird im Jahr 2010 die Anzahl der neuen Ausbildungsplätze um 40 erhöhen. In München ist die Versicherungskammer Bayern ausbildungsstärkstes Unternehmen der Branche.
Der Geschäftsverlauf in den einzelnen Sparten:
Lebensversicherung
Die Neubeiträge nahmen um 37,7 Prozent auf 1.166,9 (847,4) Mio. Euro zu. Das Beitragsvolumen der von der Versicherungskammer Bayern für die öffentlichen Versicherer verwalteten Pensionskassen und Pensionsfonds legte um 2 Prozent auf 315,6 Mio. Euro zu. Die Stornoquote erhöhte sich aufgrund der wirtschaftlichen Situation auf 5,5 (4,6) Prozent, lag damit aber nach wie vor deutlich unter dem Markt mit 6,2 Prozent. Die Verwal-tungskostenquote sank auf 1,8 (1,9) Prozent. Das Nettoergebnis der Kapitalanlagen stieg aufgrund der Erholung an den Finanzmärkten auf 837,7 (629,6) Mio. Euro; das entspricht einer Verzinsung von 3,9 (3,2) Prozent. Die Bewertungsreserven lagen zum Jahresende bei 704,7 Mio. Euro bzw. 3,3 Prozent des Kapitalanlagenbestands.
Krankenversicherung
In der Krankenversicherung lag das Beitragswachstum deutlich über dem Markt. Die Anzahl der versicherten Personen stieg um 2,7 Prozent auf rund 2,75 Millionen Versicherte, davon rund 505 Tsd. in der Vollversicherung. Die Zahlungen für Versicherungsfälle nahmen um 5,1 Prozent auf 1,30 Mrd. Euro zu. Die Verwaltungskostenquote verbesserte sich auf 2,4 (2,6) Prozent. Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen stieg deutlich auf 291,9 (236,0) Mio. Euro; das entspricht einer Verzinsung von 3,6 Prozent.
Schaden- und Unfallversicherung
In der Schaden- und Unfallversicherung wurde das Marktwachstum (0 Prozent) mit einem Plus von 2,2 Prozent deutlich übertroffen. Dieser Anstieg resultierte vor allem aus der guten Geschäftsentwicklung in der Wohngebäude-, Unfall- und Kfz-Versicherung. Die Anzahl der Verträge stieg um 2,9 Prozent auf über 10,6 Mio. Stück. Die Brutto-Schadenquote lag bei 73,8 (72,4) Prozent, der Aufwand für Versicherungsfälle erhöhte sich um 8,1 Prozent auf 1,48 Mrd. Euro. Die Betriebskostenquote sank nochmals auf 23,9 (24,0) Prozent. Die Combined Ratio (brutto) belief sich auf 97,8 Prozent.
Ausblick
Schubring-Giese geht davon aus, dass der Absicherungs- und Altersvorsorgebedarf der Bürger auch im Jahr 2010 anhalten wird und er sieht in der Lebensversicherung hierfür das richtige Produkt. Mit so genannten "Life cycle-Modellen" will der Versicherer künftig den individuellen Lebensläufen noch stärker gerecht werden. Solche Produkte ermöglichen zu jedem Zeitpunkt Entnahmen, Zahlungspausen oder Zuzahlungen. Ein Konzept zur Ruhestandsplanung soll Kunden zudem für den Ruhestand vorbereiten.
Für die Krankenversicherung betont Schubring-Giese die Notwendigkeit, noch höhere Rückstellungen für die Belastungen der Zukunft zu bilden und die private Krankenversicherung dauerhaft als Alternative zur umlagefinanzierten gesetzlichen Krankenver-sicherung zu etablieren. Der Konzern rechnet in der privaten Pflegeversicherung mit einer weiter steigenden Nachfrage nach privaten Pflegezusatzprodukten.
In der Schaden- und Unfallversicherung wird mit einer Zunahme von Naturkatastrophen gerechnet, weshalb es gilt, die Risikotragfähigkeit des Konzerns weiter sicherzustellen. Dies gelingt dem Versicherer durch eine Kombination aus Selbstbehalt und Rückversicherungsschutz sowie eine über mehrere Jahre bilanziell ausgleichende Schwankungsrückstellung. Darüber hinaus will der Marktführer in Bayern und der Pfalz in der Gebäudeversicherung die Absicherung von Elementarrisiken erhöhen.
Mit dem Direktversicherer BavariaDirekt, über den bislang ausschließlich Kfz-Versicherungen verkauft werden, ist der Versicherer auf Erfolgskurs. Allein im Jahreswechselgeschäft wurden rund 21.000 neue Kunden gewonnen. Schubring-Giese denkt darüber nach, auch andere Produkte über diesen Weg zu verkaufen.
Der Konzern Versicherungskammer Bayern ist gut im Markt positioniert und wird insbesondere auch durch seine Einbettung in die Sparkassen-Finanzgruppe noch erhebliche Vertriebspotenziale ausschöpfen. Der Versicherer hat ausreichend Reserven und ist mit seinen Prozessen und Systemen bestens für die Zukunft, sowohl unter Wachstums-, als auch unter Ertragsgesichtspunkten gerüstet. Der Konzern Versicherungskammer Bayern rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 4,1 Prozent.
Quelle: Pressemeldung Versicherungskammer Bayern
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