Vollkasko Teilkasko: Unterschiede, Tipps und Sparoptionen

Wer ein neues oder gebrauchtes Auto kauft, der steht vor der Frage nach der Versicherung. Die Haftpflichtversicherung muss abgeschlossen werden. Alles darüber hinaus ist jedoch auf freiwilliger Basis. Die Frage, ob die Vollkasko oder die Teilkasko Sinn machen, stellt sich hier auf jeden Fall.

Vollkasko oder Teilkasko: Worin unterscheiden sich die Versicherungen

Bei der Vollkasko handelt es sich um einen kompletten Schutz. Hier profitiert der Fahrzeuginhaber immer, egal ob er am Unfall eine Schuld trägt oder ob Schäden am Auto durch höhere Gewalt entstanden sind. Dies lassen sich die Versicherungsunternehmen allerdings auch gut bezahlen, denn die Kosten für eine Vollkasko sind hoch. Daher wird diese Art der Versicherung nur dann empfohlen, wenn man einen Neuwagen oder ein Fahrzeug hat, das nicht älter als fünf Jahre ist.

Bei der Teilkasko werden nur Schäden übernommen, die nicht durch den Fahrzeughalter selbst entstanden sind. Auch Vandalismus ist nicht mit inbegriffen. Das heißt, wer Schäden mit dieser Basis an seinem Auto hat, der muss dafür selbst aufkommen. Wenn es zu einem Vollschaden des Autos oder zu einem Diebstahl kommt, dann wird durch die Teilkasko auch nur der Zeitwert des Wagens ersetzt.

Das kann vor allem dann zu hohen Verlusten führen, wenn es sich um ein recht neues Modell handelt. Wer auf einen Schadensfreiheitsrabatt setzt, der erhält diesen ebenfalls nur bei der Vollkasko. Es gibt drei Punkte, die bei der Entscheidung für eine der Versicherungen helfen können.

Dies sind:

  1. Der aktuelle Wert und das Alter des Wagens
  2. Die Finanzierung des Autos
  3. Das eigene Budget

Wenn ein Fahrzeug nur noch einen geringen Wert hat und eigentlich gerade so durch den TÜV kommt, dann lohnt sich die Investition in eine Vollkasko nicht. Anders sieht es aus, wenn es sich um ein finanziertes Auto handelt. In diesem Fall, und auch bei einem Leasingwagen, sollte eine Vollkasko abgeschlossen werden.

Wenn ein Fahrzeug nur noch einen geringen Wert hat und eigentlich gerade so durch den TÜV kommt, dann lohnt sich die Investition in eine Vollkasko nicht.(#01)

Wenn ein Fahrzeug nur noch einen geringen Wert hat und eigentlich gerade so durch den TÜV kommt, dann lohnt sich die Investition in eine Vollkasko nicht.(#01)

Die Übernahme für Schäden nach der Teilkasko

Für eine Entscheidung ist es immer gut, einen Überblick über die Schäden zu haben, die durch die jeweilige Versicherung übernommen werden. Besonders schwer fällt der Überblick bei der Teilkasko. Hier gibt es immer wieder Unklarheiten darüber, was eigentlich genau durch die Versicherung übernommen wird. Kommt es dann zu einem Schaden ist der Ärger groß, wenn die Versicherung nicht greift.

Die Zusammenfassung der Schadensübernahme sollte daher genau geprüft werden.

Bei einer Teilkasko erfolgt eine Zahlung, wenn Schäden am Fahrzeug entstehen, die folgende Basis haben:

  • Ursache war ein offenes Feuer, das durch einen Brand oder eine Explosion entstanden ist
  • Das Auto wurde gestohlen oder es liegt ein versuchter Diebstahl vor, durch den Schäden entstanden sind (hier ist Vandalismus jedoch außen vor)
  • Es kam zu einem Zusammenstoß mit Haarwild
  • Glasbruch ist entstanden
  • Es kam zu einem Kurzschluss
  • Elementarereignisse sind eingetreten (dazu gehört ein Sturm, der mindestens Windstärke 8 hat, Hagelschäden, Überschwemmungen, Blitzschlag)

Abhängig von dem Versicherungsunternehmen ist, ob Marderbisse übernommen werden. Diese Frage stellt sich regelmäßig, denn hier sind schon oft Streits zwischen der Versicherung und dem Versicherungsnehmer entstanden. Daher sollte die Frage vor dem Abschluss einer Versicherung geklärt werden.

Bei einer Vollkasko sind zusätzlich Vandalismus und Fahrerflucht sowie Schäden am Fahrzeug abgedeckt, die durch eine Selbstverschuldung entstanden sind.

Wechsel von der Vollkasko in die Teilkasko: Immer empfehlenswert?

Es wird empfohlen, von der Vollkasko in die Teilkasko zu wechseln, wenn das Fahrzeug fünf Jahre oder älter ist.

Wer bisher in der Vollkaskoversicherung ist, der sollte jedoch wissen, dass ein Wechsel manchmal auch schlechter sein kann. Wer beispielsweise lange in der Vollkasko ohne Schaden ist, der hat eine sehr gute Schadenfreiheitsklasse und diese kann dafür sorgen, dass die Prämien gering sind.

Nach der Schadenfreiheitsklasse wird aber nur dann eingestuft, wenn man sich in der Vollkasko befindet. Wer in die Teilkasko wechselt, der zahlt die Prämien nach festen Beitragssätzen, die durch den Wohnort und durch den Fahrzeugtyp sowie die Selbstbeteiligung bestimmt werden.

Wer bereits seit mehreren Jahren in der Vollkasko ist und bisher noch keinen Schaden hatte, der zahlt also wahrscheinlich nur noch geringfügig höhere Beiträge als bei der Teilkasko. Dafür ist der Schutz deutlich höher. In diesem Fall kann es sich also lohnen, sich nicht herabzustufen in der Versicherung, sondern weiter in der Vollkasko zu bleiben.

Um herauszufinden, ob das der Fall ist, lohnt sich ein Vergleich der Teilkasko-Angebote im Internet. Hier gibt es einen Überblick über die aktuellen Gebühren sowie die Leistungen, die mit abgedeckt sind.

Wichtig:

Einige Fahrzeuge haben auch nach vier bis fünf Jahren noch einen hohen Zeitwert. Auch in diesem Fall kann es sinnvoll sein, lieber bei der Vollkasko zu bleiben und das Fahrzeug so weiter optimal zu schützen.

Einige Fahrzeuge haben auch nach vier bis fünf Jahren noch einen hohen Zeitwert.(#02)

Einige Fahrzeuge haben auch nach vier bis fünf Jahren noch einen hohen Zeitwert.(#02)

Das Problem mit dem Zeitwert

Ein wichtiger Faktor, der bei der Teilkasko zu einem Problem werden kann, ist der Zeitwert. Die Versicherungsbedingungen besagen, dass es bei einem Schaden lediglich zum Ersatz in Höhe des Zeitwertes kommt.

Bei sehr alten Autos ist es daher kaum noch sinnvoll, überhaupt in eine Teilkasko zu investieren. Wenn das Auto beispielsweise nur noch einen Zeitwert in Höhe von 500 Euro hat, die jährlichen Kosten für die Teilkasko jedoch bei 300 – 400 Euro liegen, lohnt die Investition nicht. Autos, für die eine Vollkaskoversicherung nicht mehr lohnenswert ist, wo der Zeitwert jedoch noch recht hoch liegt, sind in einer Teilkasko dagegen sehr gut aufgehoben.

Es kann also sinnvoll sein, bei der Entscheidung für die Versicherungsart darauf zu schauen, wie hoch der Zeitwert des Autos ist. Das lässt sich beispielsweise über die Schwacke-Liste herausfinden. Der Aufwand lohnt sich auf die Dauer, wenn das Auto noch länger genutzt werden soll.

Hinweis:

Die Preise der Teilkasko-Versicherungen können variieren. Dies gilt auch für die enthaltenen Leistungen. Daher empfiehlt sich ein Vergleich der Angebote.

Sparen bei der Kaskoversicherung: Tipps für eine Kostenersparnis

Auch bei dem Abschluss einer Versicherung ist es möglich, bares Geld zu sparen. Hier gibt es beispielsweise den effektiven Vergleich. Inzwischen ist es online problemlos möglich, die verschiedenen Anbieter miteinander zu vergleichen.

Neben den Kosten sollte immer auch auf die Leistungen geschaut werden. Ein paar Euro mehr können sich lohnen, wenn der Marderschaden dafür mit abgedeckt ist. Der Vergleich sollte daher immer detailliert stattfinden.

Eine weitere Möglichkeit für die Kostensenkung ist die Selbstbeteiligung. Wer bereit ist, eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro zu übernehmen, der kann die Kosten geringer halten.Auch höhere Selbstbeteiligungen sind möglich. Allerdings ist es hier meist so, dass die steigenden Beträge für die Selbstbeteiligung nicht mehr für eine deutliche Senkung bei den Prämien sorgen.

Der Zeitpunkt der Zahlung einer Versicherung ist ein weiterer Aspekt. Es ist möglich, die Kaskoversicherung monatlich, im Quartal, im Halbjahr oder auch einmal pro Jahr zu zahlen. Wenn nur einmal im Jahr gezahlt wird, dann reduziert dies noch einmal den Betrag. Hier kann man den gesamten Betrag auf zwölf Monate herunterrechnen und die Rate monatlich sparen. So lässt sich die Versicherung ganz einfach auf einmal zahlen.

Auch bei dem Abschluss einer Versicherung ist es möglich, bares Geld zu sparen.(#03)

Auch bei dem Abschluss einer Versicherung ist es möglich, bares Geld zu sparen.(#03)

Vertragskündigung und Wechsel zum Sparen

Aus Bequemlichkeit bleiben viele Menschen in einer Autoversicherung, die inzwischen vielleicht gar nicht mehr passt und zusätzlich dazu auch noch zu teuer ist. Oft wird auch einfach vergessen, die Autoversicherung rechtzeitig zu kündigen, denn dies muss bis zum 30.11. passiert sein, damit die Kündigung zum 31.12. wirksam wird und ein Wechsel durchgeführt werden kann.

Manchmal kann es sinnvoll sein, die Versicherung zu kündigen und zu schauen, was für ein Angebot das Versicherungsunternehmen macht, um den Kunden zu halten. Hier gibt es nicht selten deutlich bessere Angebote. Beim dem Wechsel von der Vollkaskoversicherung in die Teilkasko kann ebenfalls nach einem Angebot gefragt werden. Wer sich die Mühe macht und ein Gegenangebot von einem anderen Versicherer zur Hand hat, der hat gute Karten, mit der Versicherung noch handeln zu können.

Auch ein Sonderkündigungsrecht gibt es, das teilweise greifen kann. Dies ist dann der Fall, wenn die Beiträge durch die Versicherung erhöht werden. In diesem Fall kann der Vertrag vorzeitig beendet und gewechselt werden. Der Versicherer muss die Kunden auf eine Erhöhung hinweisen und ihnen damit die Möglichkeit geben, eine Kündigung durchzuführen.

Zu bedenken ist aber, dass die Beitragserhöhung auch durch den Versicherungsnehmer ausgelöst werden kann. Wer den Wohnort wechselt, die Jahreskilometerleistung erhöht oder einen weiteren Fahrer eintragen lässt, der ist für die Erhöhung selbst verantwortlich und kann gegen diese nicht mit einer Kündigung vorgehen. Dies gilt auch dann, wenn die Prämie durch einen Versicherungsschaden steigt. In diesem Fall hat der Versicherer das Recht, die Kündigung abzulehnen.

Hinweis:

Wenn durch den Gesetzgeber die Versicherungssteuer erhöht wird und die Beiträge dadurch steigen, ist dies ebenfalls etwas, was der Versicherer nicht verursacht hat. Für diesen Fall kann keine frühzeitige Kündigung ausgesprochen werden.

Versicherungsnehmer sollten sich daher vor der Kündigung informieren, auf welcher Basis eine Erhöhung durchgeführt wird. Meist ist dies jedoch in dem Schreiben zur Erhöhung auch für den Kunden ersichtlich. Die Versicherung gibt die Gründe für die Erhöhung an. Teilweise lohnt sich eine Nachfrage bei dem Versicherer, inwieweit sich an den Prämien noch etwas ändern lässt, wenn man beispielsweise den Tarif ändert oder die Selbstbeteiligung erhöht.

Manchmal kann es sinnvoll sein, die Versicherung zu kündigen und zu schauen, was für ein Angebot das Versicherungsunternehmen macht, um den Kunden zu halten.(#04)

Manchmal kann es sinnvoll sein, die Versicherung zu kündigen und zu schauen, was für ein Angebot das Versicherungsunternehmen macht, um den Kunden zu halten.(#04)

Zusätzliche Klauseln vereinbaren

Ist die Entscheidung auf die Teilkasko-Versicherung gefallen, kann es sinnvoll sein, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Wer beispielsweise in einer Region wohnt, wo viel Wild unterwegs ist, wäre es besonders ärgerlich, wenn die Versicherung bei einem Wildschaden nicht zahlt.

Gleiches gilt für Regionen, wo der Marder sehr häufig die Bremsleitungen zerbeißt oder andere Schäden am Kfz mit sich bringt. So gibt es die erweiterte Wildschadenklausel. Diese bringt zwar ein paar Zusatzkosten mit sich, dennoch lohnt sich die Investition vor allem dann, wenn die Kosten für eine Reparatur sehr hoch liegen würden und das Auto auch noch einen guten Zeitwert hat. Auch dieser Aspekt sollte bei der Auswahl der Versicherung beachtet werden. Die Kosten für die Klausel können von Anbieter zu Anbieter variieren. Ein Vergleich ist ebenfalls vor dem Abschluss sinnvoll.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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